Suchtprävention

Was versteht man unter Suchtprävention?

Süchte lassen sich in stoffgebundene (z.B. Alkohol, Nikotin, Medikamente, illegale Drogen) und stoffungebundene (z.B. Spielsucht, Kaufsucht) Formen unterteilen. Beide Ausprägungen haben gemeinsam, dass eine bestimmte Substanz oder ein bestimmtes Verhalten zur Aktivierung des cerebralen Belohnungszentrums führt, was Gefühle von Euphorie oder Beruhigung auslöst und physisch wie psychisch abhängig machen kann.

Alkohol und Drogen können aufgrund von emotionaler Überlastung, chronischer Überforderung, Einsamkeit und Depressionen attraktiv erscheinen, weil sie kurzfristig das auszubalancieren scheinen, was das Individuum nicht mehr mittels seiner eigenen inneren Ressourcen zu erreichen fähig ist: Ausdauer, Leistung, Selbstbewusstsein oder Entspannung. Unter dem Begriff Suchtprävention werden alle Maßnahmen zusammengefasst, die einem Suchtverhalten vorbeugen.

Basiswissen zur betrieblichen Gesundheitsförderung

Die Zahl der Alkoholkranken wird in Deutschland mit rund 1,8 Millionen beziffert; die Zahl derer, die Alkohol in gesundheitlich bedenklichen Mengen konsumieren ohne sich als Alkoholiker zu bezeichnen, liegt bei knapp 10 Millionen. Nikotinsüchtig sind rund 25 Prozent der Gesellschaft (Drogenbericht der Bundesregierung, 2014). Die Abhängigkeit von Medikamenten wie z.B. Schlaf- Beruhigungs- oder Schmerzmitteln kann schwer beziffert werden, verschiedene Studien geben Werte zwischen 1,4 – 2,3 Millionen Menschen an. Die Verbreitung von illegalen Drogen wie Cannabis, Kokain oder Amphetaminen ist noch schwerer zu erfassen; die Dunkelziffer ist hoch.

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Sucht ist ein sensibles Thema, welches mit Gefühlen von Scham, aber auch Angst vor sozialer Ächtung oder Verlust des Arbeitsplatzes verbunden ist, weshalb oft große Mühe betrieben wird, entsprechende Verhaltensweisen jahrelang zu verbergen. Die Produktivitätsverluste, die sich aus Präsentismus wie Absentismus bei Suchtkrankheiten wie z.B. der Alkoholsucht ergeben, sind enorm und aufgrund von Konzentrationsmangel, verminderter Leistungsfähigkeit und erhöhter Unfallgefahr beim Präsentismus doppelt so hoch, als wenn der Arbeitnehmer dem Betrieb ganz fern bleibt (Fissler und Krause, 2010).

Betriebliche Gesundheitsförderung konkret

Um Mitarbeiter für das Thema Sucht zu sensibilisieren, sind z.B. folgende Maßnahmen geeignet:

  • Bereitstellung von Informationsmaterialien (z.B. der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)
  • Durchführung von Aktions- oder Thementagen
  • Beratungsangebote (z.B. in Kooperation mit Betriebsärzten)
  • Einsatz von EAP
  • Angebote zur Raucherentwöhnung
  • Angebote zum Stressmanagement
  • Wertschätzendes Betriebsklima
  • Vorbildverhalten der Führungsebene


Weiterführende Informationen, Studien, Handlungshilfen und Best Practice -Beispiele erhalten in in folgenden Kategorien:


Best Practice-Beispiele und Inspirationen zur Entwicklung Ihres BGMs

NETZWERKTREFFEN „Sucht am Arbeitsplatz – Trends, Möglichkeiten und Grenzen der betrieblichen Intervention“, EuPD, 2014
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Abbau von Hemmnissen und Barrieren bei der Inanspruchnahme Betrieblicher Gesundheitsförderung mit Hilfe neuer Medien am Beispiel des Web 2.0 Präventionsprogramms SQUIN – „Smoke Quit Win“ (Thomas Leitert, Dipl.-Psych. Alice v. Welck, Willi Zeidler/SQUIN GmbH, 2012)
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Zur Übersicht ausgewählter Informationen und Wissensinhalte

Drogenbericht 2016, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, 2016
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Gesundheits – Report 2015: Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten, Doping am Arbeitsplatz, DAK, 2015
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Infomaterial zum Download & als Printversion zum Thema Alkoholprävention, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA
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Anstieg des Cannabiskonsums bei jungen Erwachsenen, Pressemeldung Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA, 2015
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Long working hours and alcohol use: systematic review and meta-analysis of published studies and unpublished individual participant data, British Medical Journal, 2015
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Substanzbezogene Störungen am Arbeitsplatz, Praxishilfe für Personalverantwortliche, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen DHS (s.a.)
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Alkohol am Arbeitsplatz, Flyer, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen DHS e.V.
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Hirndoping am Arbeitsplatz – Einflussfaktoren und Präventionsmöglichkeiten für Unternehmen, iga, 2014
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Fehlzeitenreport „Süchtige Arbeitsgesellschaft?“, AOK , 2013
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Betriebliche Suchtprävention in Kleinst- und Kleinbetrieben: Wegschauen kostet, RKW Kompetenzzentrum, 2013
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Suchtprävention bei Auszubildenden, RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V., 2013
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Downloads zur Betrieblichen Suchtprävention, Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen
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Alkohol am Arbeitsplatz – Eine Praxishilfe für Führungskräfte, BEK, 2013
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