Gesundheitskommunikation

Laut einer Studie des wissenschaftlichen Instituts der AOK besitzen mehr als die Hälfte aller Deutschen deutliche Defizite im Gesundheitswissen. Dabei wird es im Zuge immer komplexer werdender Informationen für viele Menschen immer schwieriger, Ärzte, Krankenschwestern oder Apotheker zu verstehen, um gesundheitsbewusst leben oder bei medizinischen Behandlungen aktiv mitwirken zu kön

Diverse Medien berichten regelmäßig über aktuelle medizinische Entwicklungen, gesundheitsbewusste Lebensweisen oder Präventionsmaßnahmen. Ein Großteil der deutschen Bevölkerung nimmt verschiedene Kanäle in Anspruch und informiert sich über Gesundheitsthemen, wie z.B. Gesundheitsvorsorge, Medikamente, Beschwerden oder Krankheiten. Am häufigsten „befragt“ wird dabei das Internet, wobei die Informationssuche in der Regel mit Anfragen in Suchmaschinen beginnt und in Ratgeberseiten oder Online-Bibliotheken mündet. Über spezielle Krankheiten informierten sich die Deutschen innerhalb eines Jahres sogar mehr als 41 Millionen Mal im Internet. Die Qualität dieser Ratgeberseiten ist mit einer Durchschnittsnote von „ausreichend“ jedoch mehr als bedenklich, wie die Central Krankenversicherung in einer aktuellen Studie festgestellt hat. Ein interdisziplinäres Ärzteteam bewertete den Inhalt von mehr als 30% der Webseiten sogar mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“.

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Angesichts der oftmals fehlerhaften oder unvollständigen Angebote im Internet steigt die Bedeutung einer individuellen, umfassenden und leitliniengerechten Gesundheitskommunikation. Hinzu kommt, dass in allen Bevölkerungsschichten gesundheitlicher Aufklärungsbedarf besteht: Neben den allgemeinen Defiziten im Gesundheitswissen herrscht speziell bei Mitarbeitern mit einer chronischen Erkrankung eine erschreckend hohe Unkenntnis. So wissen z. B. 72 % der Diabetiker nicht, was in ihrem Körper aufgrund der Erkrankung passiert (Stada Gesundheitsreport 2015).

Eine effektive Gesundheitskommunikation nutzt vielseitige Kanäle und ist zudem kurzweilig und interessant aufbereitet: Digitale Strategien, wie die Einrichtung von Online-Portalen, die verständliche Informationen, Gesundheitschecklisten oder interaktive Videos bereitstellen, erhöhen den persönlichen Erlebniswert. Auch Gesundheitskampagnen in Form von Flyern, Workshops oder Aktionstagen sensibilisieren die Mitarbeiter und steigern die Gesundheitskompetenz. Individuelle Fragen, aber auch körperliche, psychische oder soziale Belastungssituationen, verlangen jedoch nach einer kompetenten individuellen Beratung. Dies ist möglicherweise der größte Engpassfaktor im Bereich der Gesundheitskommunikation: oftmals fehlt es an spezifischen Informationen, die die individuelle Gesundheitssituation sowie die jeweiligen Lebensbedingungen berücksichtigen. Hier hat sich das Angebot eines Gesundheitstelefons in der Praxis bewährt, bei dem rund um die Uhr medizinische Fachkräfte zur Verfügung stehen. Ergibt sich, insbesondere bei chronisch erkrankten Mitarbeitern mit z.B. Rückenschmerzen, Diabetes mellitus oder Burnout, ein erhöhter Beratungsbedarf, unterstützt ein Gesundheitscoaching den Erhalt oder die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit und der Produktivität.

Gesundheitskommunikation zielt darauf ab, alle Akteure der Geschäftsführung sowie die gesamte Belegschaft für die Themen Gesundheit und Prävention zu sensibilisieren und sie dauerhaft im Bewusstsein zu verankern. Je höher die Gesundheitskompetenz ausgeprägt ist, desto besser sind Menschen in der Lage, gesundheitsrelevantes Handeln eigenverantwortlich umzusetzen. Zudem dient die Gesundheitskommunikation der Vernetzung und Verstärkung bereits bestehender Maßnahmen und beinhaltet daher eine strategische Schlüsselfunktion im BGM.

Weiterführende Informationen und Strategien rund um das Thema „Gesundheitskommunikation“ erhalten Sie in dieser Wissenskategorie.


Best Practice-Beispiele und Inspirationen zur Entwicklung Ihres BGMs

Erfolgsfaktor (digitale) Kommunikation: Wie man Menschen mit BGM erreicht, EuPD Research Sustainable Management GmbH, 2014
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Nachhaltigkeit – mehr als ein Schlagwort: „WoGe“ – Wohlbefinden und Gesundheit – als Marke und nachhaltiger Ansatz der Betrieblichen Gesundheitsförderung in einem Sozialunternehmen (Imke Pauls, Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft mbh, Köln, 2013)
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benefit – Erfolgsfaktor Mitarbeiterpartizipation, Friedrich Meckmann, Matthias Hartkamp, Benediktushof GmbH, 2013)
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Fit with TUI (Dr. Lars Kutschke, TUI AG, 2012)
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Ça va – Wie geht’s? Das Gesundheitsmanagement der TARGOBANK (Berthold Iserloh, Jürgen Reinhold, TARGOBANK AG & Co. KGaA Düsseldorf, 2012)
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ARAGcare – Betriebliches Gesundheitsmanagement mit umfangreichem Kommunikationskonzept (Hagen Baumgardt, ARAG SE, 2012)
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Der Erfolgsfaktor in der Praxis – BGM und BGF Maßnahmen passend konzeptionieren und kommunizieren (Tom Conrads, insa Gesundheitsmanagement, 2011)
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Zur Übersicht ausgewählter Informationen und Wissensinhalte

Handlungshilfe für BGM im Intranet, psyGA
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Kommunikation als Erfolgsfaktor im BGM, Gesundheitskongress Health on Top, 2012, Uli Groneik
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Kommunikation von BGM in Unternehmen, ddn, INQA (s.a.)
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