Neue Studie: Ausschüttung von Stresshormonen durch säurelastige Ernährung

Wissenschaftler der Universität Bonn sowie der Justus-Liebig-Universität in Gießen haben im Rahmen der deutschen DONALD-Studie einen erstaunlichen Zusammenhang zwischen der Ausschüttung von Stresshormonen und den Ernährungsgewohnheiten beobachtet. Die Forschungsergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift „Kidney International“ veröffentlicht.

Die Studie wurde an 200 gesunden Kindern zwischen 6 und 10 Jahren durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen der Qualität der Nahrung und der Konzentration an Stresshormonen besteht. Je säurelastiger die Ernährung ist, desto höher ist der Spiegel an Stresshormonen. Interessant anzumerken ist hierbei, dass die untersuchten Kinder zu Studienzwecken keine ungewöhnlich „sauren“ (bezogen auf die Verstoffwechselung, nicht auf den Geschmack) Nahrungmittel zu sich nahmen, sondern es sich lediglich um eine eiweissreiche, mineralstoffarme Ernährung handelte, wie sie für viele Menschen üblich ist.

Eine erhöhte Konzentration an Stresshormonen schwächt nicht nur das Immunsystem und fördert Magen-Darm-Beschwerden sowie Schlafstörungen, sondern ist auch ein Risikofaktor für die Entstehung von Depressionen, Osteoporose, Bluthochdruck oder Herzinfarkt. Außerdem steigt über einen längeren Zeitraum das Schmerzempfinden, so dass es häufiger zu Kopf- und Rückenschmerzen kommen kann.

Warum ist diese Studie interessant für das betriebliche Gesundheitsmanagement? An der Spitze der AU-Tage nach Diagnosen stehen u.a. Depressionen sowie Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, also z.B. Rückenschmerzen oder Bandscheibenvorfälle. Des Weiteren sind Krankheitsbilder wie Bluthochdruck und Herzinfarkt in den letzten Jahrzehnten zu Volkskrankheiten geworden. Auch wenn sicherlich die wenigsten Erkrankungen monokausal zu betrachten sind, lohnt es sich doch, alle möglichen Risikofaktoren der Krankheitsentstehung so gut wie möglich anzusehen, vor allem wenn es sich um die Entwicklung chronischer Krankheitsbilder, die volkswirtschaftlich die höchsten Kosten und längsten krankheitsbedingten Arbeitsausfälle verursachen, handelt.

In der betrieblichen Gesundheitsförderung könnte das bedeuten, im Rahmen von Gesundheitstagen, Ernährungsberatungen oder Maßnahmen zum Stressmanagement auf den hormonellen Zusammenhang zwischen der Qualität der Ernährung und der Entstehung von innerem Stress hinzuweisen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Quelle: Esche J et al (2016). Higher diet-dependent renal acid load associates with higher glucocorticoid secretion and potentially bioactive free glucocorticoids in healthy children.  Kidney Int. 2016 May 7, doi: 10.1016/j.kint.2016.02.033.

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